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Kirche in Weistropp

Die Burg "Woz" war im 11. und 12. Jahrhundert das Zentrum eines Burgwardbezirkes. Der dazugehörige Wirtschaftshof (die "curtis") ist wohl der Ursprung des hiesigen Schlosses und damit des heutigen Dorfes Weistropp gewesen. Wohl noch im 11. Jahrhundert ist die erste Vorgängerin der hiesigen Kirche entstanden. 1288 ist ein erster Gemeindepfarrer urkundlich erwähnt. Spätestens von hier an ist das Vorhandensein eines Kirchengebäudes anzunehmen.

Kirche zu Weistropp

Der Turm der Kirche stammt in seinen Fundamenten aus dem Jahre 1499 (Inschrift an der Südseite der Südwestecke) und stellt damit einen ersten, für längere Zeit aber euch einzigen greifbaren Beleg einer Baustufe dar. Darüber hinaus ist der Weg ins 16. Jahrhundert nicht exakt rekonstruierbar.

Ortsherr in der Zeit der Reformation war Bernhard von Rothschütz. Unter seiner Herrschaft erfolgte 1545 die Vereinigung der beiden Dorfhälften. Durch den übertritt des Schlossherren und damit des Patrons der Kirche zur Reformation, folgten Kirche und Dorf auf diesem Weg.

Unter dem Patronat der Familie Güntherodt wurde die Kirche im Verlauf des 17. Jahrhunderts sukzessive neu aufgebaut. Allein das unterste Geschoss des Turmes blieb vom Vorgängerbau erhalten. 1601 wurde der Neubau abgeschlossen. Auch Taufstein (1602) und Kanzel (1607) sind bleibende Zeugnisse weiterer Bautätigkeit. Noch deutlicher hervorgehoben zeigt sich diese aber am Kirchturm. Das achteckige Obergeschoss, die Haube mit Laterne und Helm wurden 1701 aufgesetzt. In der Wetterfahne finden sich ein Wappen und eine Inschrift, die auf den Bauherren und Kirchenpatron Adam Heinrich von Güntherodt hinweisen, durch dessen Wohlsinn gegen Kirche und Ort das Gotteshaus vor nunmehr über 300 Jahren seine bis heute währende äußere Gestalt erhielt.

Im Jahr 1725 erhielt die Kirche einen Innenausbau durch George Bähr. Allein die Nennung dieses Namens zeigt die Ambitionen der Gemeinde und die Bedeutung, die die Pfarrei gehabt hat. Im 19. Jahrhundert genügte der Ausbau offensichtlich nicht mehr den räumlichen Anforderungen und auch nicht mehr dem gewandelten Zeitgeschmack der Gründerzeit. Ein neogotischer Ausbau wurde in Auftrag gegeben, doch schon bald nach Beginn der Arbeiten wieder verworfen und zurückgebaut. Darüber hinaus ist im 19. Jahrhundert die Geschichte der Kirche eng mit der Geschichte Sachsens verflochten. von 1838 bis 1873 gab Weistropp Heimat für Carl Ludwig Herzog von Lucca, Infant von Spanien aus der Familie Burbon-Parma, der somit als katholischer Patron Kirchenherr gewesen ist. Es bestanden enge Verbindungen zum sächsischen Hof, der der Familie verwandtschaftlich verbunden war. Später im 19. Jahrhundert, unter dem Patronat der Familie Keil, erfolgte erneut ein Umbau des Kircheninneren im neogotischen Stil. 1939 wurde noch einmal ein Umbau vollzogen und die Kirche erhielt im Inneren im Wesentlichen ihre heutige Gestalt. Außen wurden Dach und Turmhaube immer wieder in Ordnung gebracht. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Haube des Turmes unter schwersten Bedingungen mit Kupfer neu eingedeckt. 1991/92 wurden Dachstuhl und Deckung des Kirchenschiffes sowie des Chores gründlich saniert. Zuletzt wurde 2004 der Turm, der mittlerweile bedrohliche Schäden zeigte, grundhaft instand gesetzt (erstmalig seit 1701).

In den kommenden Jahren wird nicht allein die äußere und innere Sanierung des Kirchenschiffes in Angriff zu nehmen sein. Vor allem der Zustand der Kirchhofmauer, die insbesondere auf der südlichen und östlichen Seite stabilisierende Funktion hat, ist besorgniserregend.

Tabellarischer Abriss der Bautätigkeit

 

1499 Erweiterung eines schon vorhandenen Kirchenbaues inklusive zweier Türme.
1601 Neubau der Kirche an gleicher Stelle; der Turm bleibt als einziger Teil des Baues erhalten.
1701 Abschluss des Umbaus der Kirche und Aufstockung des Turmes um 22 Meter.
1725 Innenausbau durch George Bähr.
1822 Abtragen des Dachreiterturmes auf dem Kirchenschiff.
1836 Guss neuer Glocken.
1867
Erneuerung des Kircheninneren durch Nordhoff (wegen Unstimmigkeiten mit dem Bauherren abgebrochen).
1876 Einbau des Spitzbogens als Abschuss des Chorraumes.
1887 Erneute Neugestaltung des Kircheninneren; Einbau von Buntglasfenstern im Chorraum.
1925/66 Einbau einer elektrischen Heizung.
1925-27 Einbau der elektrischen Beleuchtung.
1927 Überarbeitung der Orgel.
1928/29 Guss neuer Glocken; Einbau eines neuen Stahlglockenstuhles.
1939 Erneute Umgestaltung des Kirchenraumes.
1948/49 Guss neuer Stahlglocken.
1973-81 Einbau einer elektrischen Läuteanlage.
1981 Neudeckung des Kirchturmes, Instandsetzung der Turmspitze.
1982-85 Schutzverglasung an Altarfenstern angebracht.
1986 Restaurierung der Buntglasfenster im Altarraum.
1991/92 Neueindeckung des Kirchendaches und Instandsetzung des Dachstuhles; Erneuerung der Dachrinne; Erneuerung des Blitzschutzes.
2002 Holzarbeiten am Dach, unter dem Dach und im Turm.
2004 Grundhafte Sanierung des Turmes samt Neueindeckung; Einbau eines neuen Holzglockenstuhles und Wiederherstellung des Bronzegeläutes u.a. mit Weihe einer neuen Glocke.

Kirche [Bearbeiten]

Kirche

Bereits die Ersterwähnung des Ortsnamens Weistropp von 1233, als mit der Bezeichnung „plebanus de Wizdrop“ ein Weistropper Pfarrer in einer Urkunde auftaucht, weist auf das frühe Vorhandensein einer Kirche oder kleinen Kapelle hin. Diese wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach um-, möglicherweise sogar neugebaut, so auch 1499. Um 1500 war die Weistropper Kirche eine Pfarrkirche des Archidiakonats Nisan. Taufstein und Kanzel stammen aus den Jahren 1602 beziehungsweise 1607. An der Kanzel sind die Stifter, ein Ehepaar aus der früheren Gutsherrnfamilie von Güntherode, dargestellt. Seit 1723 konnten die Grundherrn über einen Durchgang in einem neuen Gebäudeflügel ihre Patronatsloge direkt vom Schloss aus erreichen. Im Jahre 1725 leitete George Bähr, der Baumeister der Dresdner Frauenkirche, eine barocke Umgestaltung des Innenraums.

Zur Kirchgemeinde gehören neben der Pfarrkirche in Weistropp auch die Filialkirche in Unkersdorf und die St.-Nikolaus-Kirche in Constappel. Nach Weistropp eingepfarrt sind Hühndorf, Kleinschönberg, Niederwartha und Wildberg, bis 1903 gehörte auch Sachsdorf dazu. Weithin sichtbar ist der 49 Meter hohe Kirchturm, ein Wahrzeichen Weistropps. Die Kirchglocken stammen aus dem Jahre 1949. Zu ihrer Herstellung gaben die Gemeindeorte 100 Zentner Hufeisen.[8] Einer der Vorläufer dieses Geläuts, eine 1836 eingeschmolzene Glocke, soll die römische Jahreszahl „MIV“ (1004) getragen haben. Das benachbarte Pfarrhaus wurde 1666 neu errichtet und der Nordflügel des bis 1900 dort befindlichen Vierseithofes 1782 zur Wohnung umgebaut. Nach seinem Freitod in der Elbe vermutlich am 15. April 1878 wurde der Dresdner Architekt und Maler Woldemar Hermann im Kirchhof bestattet. Einige 100 Meter südlich der Kirche befindet sich an der Kleinschönberger Straße der Weistropper Friedhof.

 
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